Mit einem Marktanteil von 84 Prozent ist das Trackingtool Google Analytics der Branchenprimus unter den Webanalysediensten. 55 Prozent aller Websites nutzen das umstrittene Produkt des US-amerikanischen Unternehmens Google für die Analyse des Nutzerverhaltens, um eine stetige Optimierung der Gesamtperformance zu gewährleisten.

Neben der Tatsache, dass Google Analytics nur eine limitierte Datenkapazität bereitstellt und durch das Data-Sampling (Stichprobenziehung) nicht mehr als eine verzerrte Darstellung der Realität möglich ist, bestehen aufgrund der Speicherung der Daten auf externen Servern erhebliche datenschutzrechtliche Mängel.

Die Open Source Anwendung Matomo erweist sich nicht nur aus technischer, sondern auch aus datenschutzrechtlicher Perspektive als geeignete Alternative für das Tracking von Websites. In den folgenden Abschnitten werden wir euch die Vorteile Matomos näher erläutern, damit ihr euch ein eigenes Bild machen könnt.

Der datenschutzkonforme Webanalysedienst

Im Gegensatz zu Google Analytics entspricht Matomo der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union und gewährleistet somit einen adäquaten Umgang mit personenbezogenen Daten.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) erklärte bereits zwei Abkommen zur Übermittlung personenbezogener Daten in die USA für ungültig. Weder das „Safe Harbor“, noch das Nachfolgeabkommen „EU-US Privacy Shield“ konnten für ein angemessenes Schutzniveau europäischer Nutzerdaten sorgen.

Mit Matomo besitzt der jeweilige Seitenbetreiber durch Self-Hosting die vollständige Datenhoheit über die gesammelten Informationen und sichert somit gleichermaßen die Privatsphäre der User. Besonders für Unternehmen, die rechtlich zum Datenschutz verpflichtet sind, ist das Speichern sensibler Daten auf dem eigenen Server und ein verantwortungsvoller Umgang von besonderer Relevanz, um das Abmahnrisiko zu minimieren.

Erstklassige Datenqualität und intelligentes Costumer-Tracking

Das kostenlose Webanalyse-Tool basiert auf einer florierenden Open Source Community und unterliegt daher einer stetigen Optimierung, insbesondere zu Gunsten der Sicherheit, Zuverlässigkeit und des Supports. Somit lässt sich Matomo individuell und flexibel an die jeweiligen Bedürfnisse und Herausforderungen der Seitenbetreiber anpassen.

Während Google Analytics mit Datenstichproben die Ergebnisse von Werbekampagnen teilweise verfälscht, zeichnet Matomo jede einzelne Costumer Journey dezidiert auf und ermöglicht somit genauere Analysen innerhalb des gesamten Traffics – auch auf Personenebene. Matomos Erfolgskontrollen ermöglichen somit eine granulare Analyse von Verhaltensmustern anstatt statistikgetriebene Hochrechnungen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Matomo nicht durch AdBlocker oder Spammer blockiert und gestört wird, da der Webanalysedienst von Grund auf die Privatsphäre der Besucher respektiert.

Keine Datenlimits und ein expandierender Marketplace

Google Analytics besitzt eine Kapazität von maximal zehn Millionen „Hits“. Ein „Hit“ darf jedoch nicht mit einem Websitebesuch oder einer Session verwechselt werden, da Google eine Interaktionen, die aus Daten hervorgeht, schon als „Hit“ definiert. Infolgedessen kann eine einzelne Sitzung zu mehreren Hits führen und die zehn Millionen Grenze ist schnell erreicht.

Das Open Source-Tool Matomo setzt keine Datenlimits, unabhängig davon, ob es sich um Seitenaufrufe, Ereignisse, Datenspeicher oder andere Aktionen handelt. Somit ermöglicht der Webanalysedienst Langzeitauswertungen, die sogar einen Zeitraum von mehreren Jahren erfassen können.

Ebenso profitieren Matomo-Nutzer von dem stetig expandierenden Marketplace, in dem über 70 verschiedene Plug-Ins teilweise kostenlos von der Community zur Verfügung gestellt werden. Damit nicht genug: der Webanalysedienst ermöglicht die nahtlose Implementierung von Google Diensten, wie der Search Console, AdSense und AdWords. Auch Facebook Ads und Microsoft Bing Ads sind in die Open Source Anwendung integrierbar.

Hervorragende Compliance statt unerfreuliche Cookie Banner

Matomo kann ohne eine abschreckende Cookie- oder Trackingzustimmung verwendet werden, wodurch die Websitebesucher Vertrauen aufbauen und die Absprungrate minimiert wird. Eine repräsentative Umfrage des Digitalverbands Bitkom ergab, dass die Mehrheit der Internetnutzer (55 Prozent) von den Bannern „genervt ist“ und 54 Prozent der User die Cookies in ihren Browser-Einstellungen löschen.

Für die Nutzung von Google Analytics ist ein Cookie Banner jedoch unabdingbar, da für die Implementierung des Webanalysedienstes explizit zugestimmt werden muss. So schadet Google Analytics dem Corporate Design der jeweiligen Website, während Matomo vertrauen schafft und im Geschäftskontext die Unternehmensreputation steigern kann.

Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Matomo sich bei Verwendung von Cookie Bannern innerhalb der essentiellen Einstellungen befindet, sodass ein datenschutzkonformes Costumer Tracking auch ohne Einwilligung möglich ist.

Matomo – Vorteile für alle Beteiligten

Als Open Source Anwendung wird Matomo stetig optimiert und verspricht Flexibilität und Innovation zugleich. Die Datenschutzkonformität garantiert dem Websitebetreiber Rechtssicherheit und Datenhoheit, während der Besucher sich auf einen verantwortungsvollen Umgang seiner Daten verlassen kann.

Die hohen Datenschutzstandards schränken die Datenqualität in keinster Weise ein, sodass Matomo dem US-amerikanischen Rivalen sogar in einigen Punkten voraus ist. Hierunter fallen unter Anderem – exaktere Analysen, keine Datenlimits, stetige Optimierungen und das langfristige Versprechen auf Kostenfreiheit. Matomo bewältigt den Spagat zwischen Ethik und Datenanalyse, womit das Webanalyse Tool als geeignete Alternative zu Google Analytics in Betracht gezogen werden sollte.

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